Climate Witness: Penina Moce, Fiji | WWF

Climate Witness: Penina Moce, Fiji



Posted on 10 diciembre 2005
Penina Moce, WWF Climate Witness
Penina Moce, WWF Climate Witness
© WWF
Penina Moce kam im Oktober 1961 im Dorf Udu auf der Insel Kabara zur Welt und hat dort ihr ganzes Leben verbracht. Sie ist verheiratet und hat fünf Kinder. Sie ist eine geschickte Fischerin und verkauft außerdem selbst gefertigte Decken und anderes Handwerk auf dem Dorfmarkt.

English | Deutsch | Español | Português | 中文 | Italiano | 日本語 | Dutch

Kabara ist Teil der Lau-Gruppe des Fidschi-Archipels. Auf der Insel gibt es weder Flüsse noch Seen, die Bewohner sind daher auf den Regen als Trinkwasserquelle angewiesen. Es gibt keine offiziellen Beschäftigungsverhältnisse auf Kabara, die Insulaner leben von der Produktion traditioneller Holzschnitzereinen (darunter die `Tanoa`, eine Schüssel, die bei der so genannten Kava-Zeremonie auf ganz Fidschi verwendet wird) und anderer Handwerksarbeiten. Auf der kleinen Insel gibt es nur wenige Stellen, die sich für eine landwirtschaftliche Nutzung eignen. Die Nahrungsversorgung hängt daher zu einem großen Teil vom Fischfang ab.

Die bunten Korallenriffe sind größtenteils ausgeblichen

Kabaras traditionelle Fischgründe waren immer reich an Fisch, doch in letzter Zeit haben Penina und andere Dorfbewohner einen Rückgang bei Fischen und Schalentieren festgestellt. Üblicherweise gingen die Dorfbewohner in den flachen Gewässern am Strand fischen. Seit sie dort nicht mehr genügend fangen, müssen sie ins tiefere Wasser, weiter ins Meer hinaus, ausweichen. Trotzdem dauert es heute länger, bis sie ausreichend Fisch gefangen haben.

Die Fischer sehen außerdem, dass das Meer immer mehr von der Küste abträgt und den Sand in der Bucht verteilt. Die Wasserströmung hat sich dadurch verändert, viele der Korallen sind unter Sand begraben und die Zusammensetzung der Fisch- und Krebsfauna verändert sich. Eine der lokalen Spezialitäten, der Gera-Krebs, ist mittlerweile nur noch sehr schwer zu finden. Die vormals häufigen, bunten Korallenriffe sind größtenteils ausgeblichen oder verschwunden.

Im Oktober 2004 wurde Penina Moce auf einer Dorfversammlung zur Vertreterin Udus für das WWF-Klimazeugenprojekt bestimmt. Sie kann sowohl berichten, wie der Klimawandel ihr eigenes Leben verändert als auch die Geschichten der anderen Dorfbewohner erzählen.

Penina Moces Erfahrungen

"Auf meiner Insel regnet es nur selten. Der Regen füllt die Wassertanks ein wenig, aber es dauert nicht lange und alles ist wieder verdunstet. Jetzt ist Trockenzeit, von Oktober, November bis in den Januar hinein. Wenn die Wasservorräte austrocknen, war es das. Wir versuchen soviel wie möglich als Trinkwasser zu sparen.

Während drei Monaten zum Beispiel regnet es nur ganz wenig. Doch wenn der Regen dann kommt, lässt jeder alles stehen und liegen, um nach draußen zu rennen und so viel Wasser wie möglich aufzufangen. Wenn wir Glück haben regnet es zwei Tage durch, Tag und Nacht. Der Wassermangel ist ein Problem auf der ganzen Insel, nicht nur für mein Dorf.

Das Wohl meiner Familie ist mir wichtig und mit all unseren Problemen können wir uns nur noch auf Gott verlassen. Je mehr es regnet, desto voller können wir unsere Tanks füllen. Aber wenn es zu heiß wird, ist das schlecht für die Betontanks. Es gibt nicht genug Tanks. Auch die Pflanzen leiden - Maniok, Süßkartoffel und Bananen. Wenn es sehr trocken ist, befallen weiße Käfer die Wurzeln der Maniokpflanze."

"Unsere Pflanzen vertrocknen"

"Auf Kabara gibt es keine Flüsse. Einen Teil des Wassers müssen wir für unsere Kohlfelder verwenden, vor allem für die jungen Pflanzen. Wir gießen sie nur ein bisschen, so dass sie ein wenig Wasser bekommen und länger überleben. Wenn die Sonne zu heiß ist, vertrocknen die Pflanzen.

Wenn wir kein Gemüse mehr haben, gehen wir in unseren Nachbarort Lomati. Unsere Männer bauen in Lomati Gemüse an, denn der Boden dort ist gut für Ackerbau.

Ein voller Wassertank reicht einer Familie für einen Monat, dann ist er leer. Das Wasser darf nur zum Kochen und Trinken verwendet werden, nicht zum Waschen – das macht man am Strand. Jede Familie hat einen Tank. Wenn ein Tank leer ist, müssen wir zu den Nachbarn gehen. Wenn alle Tanks im Dorf leer sind, müssen wir in das nächste Dorf gehen.

Die Leute in meinem Dorf versuchen, sparsam mit unserem Wasservorrat umzugehen und fahren mit einem Boot nach Naikeleyaga. Dort haben sie einen Brunnen. Wir nennen ihn "tuvu", weil das Wasser eine Mischung aus Salzwasser und Süßwasser ist. Wir müssen erst einiges an Wasser abschöpfen, das wir zum Waschen nehmen, bis wir an das Trinkwasser weiter unten gelangen.

Das Leben in unserem Dorf ist hart, aber wir haben uns daran gewöhnt. Wir sind zuversichtliche Menschen."

"Der Sand begräbt alles unter sich"

"Ein anderes Problem für uns ist die Küstenerosion. Unser Strand ist schmal. Die Küstenvegetation ist ein natürlicher Schutz vor der Kraft der Wellen. Als Folge der starken Wellen sind mittlerweile viele Pflanzen entwurzelt und weggespült worden. Immer mehr Sand verteilt sich so über unsere Fischgründe. Die Seegrasfelder haben sich auch ausgebreitet. Sie verändern die natürliche Strömung und überwachsen die Korallen. Der Wasserspiegel steigt immer weiter an. Wir versuchen am Strand mehr Vegetation anzupflanzen. In Naikeleyaga ist es noch schlimmer.

Für mein Dorf gibt es keine Ausweichmöglichkeit, wenn das Wasser bis zu den Häusern ansteigt, weil wir direkt am Fuß der Steilküste leben. Eines Tages werden wir auf dem offenen Ozean enden. In dem felsigen Gelände oberhalb wird es sehr schwierig werden, neue Häuser zu bauen.

Alles was ich verlange ist, dass die industriellen Emissionen und all diese zerstörerischen Aktivitäten aufhören. Denn wenn das nicht passiert, werden unsere Probleme noch größer."
Penina Moce, WWF Climate Witness
Penina Moce, WWF Climate Witness
© WWF Enlarge
Sony Corporation logo
Sony Corporation logo
© Sony Corporation Enlarge
Village on Kabara Island